Rabengesang – Herbst

herbst

Kapitel1

Regen prasselt ans Fenster. Es ist noch morgen und ich liege im Bett. In zwei Tagen steht jährlich das für diese Stadt typische Fest an, verbunden mit einem Wettbewerb, bei welchem es gilt jedes Jahr das größte, schmackhafteste und beste Gemüse oder Obst zu küren.
Ich nahm seit 3 Jahren an diesem Wettbewerb teil, jedoch besetzte ich höchstens den 3. Platz. Dies sollte sich dieses Jahr jedoch ändern, da ich zu anderen Methoden greifen sollte. Zu weniger fairen, jedoch umso effektiveren. Ich schmierte mir ein Butterbrot und kochte mir Kaffee auf. Nach meinem Frühstück griff ich meinen Mantel und beschloss rauszugehen, nach meinem Kürbis zu sehen – dieses Jahr stand der Kürbis am Wettbewerbsplan, er sollte gekürt und anschließend an den meistbietenden versteigert werden.

Die Regentropfen fielen kühl auf meine Haut, sie sollten den Feldern einen neuen Glanz geben und sie mit dem letzten benötigten Wasser vor der Ernte füllen. Das Dorf in welchem ich lebte – dessen Namen ich nicht nennen möchte, da sein Ruf langsam mehr und mehr verfiel- war weder zu klein noch zu groß, die meisten kannten sich und seit letzter Zeit verschwanden anfangs weniger, später immer häufiger Kinder und die Vermisstenanzeigen häuften sich. Ich bin ein Bauer von gerade 34 Jahren, heiße Hampsworth und stamme aus einer verfemten Farmerfamilie. Ich fuhr zu meiner Farm, welche nur an die 2 Meilen von meinem Wohnhaus entfernt stand, mein Prachtstück von einem Gemüse ein letztes Mal zu begutachten, einen Tag bevor ich es abgeben würde und 2 bevor ich damit einen Sieg erzielte.

Nachdem ich auf der Farm eintraf, betrat ich gleich die Scheune, in welcher ich all das geerntete Gemüse lagerte; Zwiebeln lagen vor sich hin und Möhren und Kartoffeln starrten sich gegenseitig und auch mich an. Ich starrte zurück. Haben Sie sich je gewundert wieso Kartoffeln “Augen” besitzen und manche sogar menschliche Gesichter haben? Dies hat wohl einen etwas schaurigen, jedoch logischen Hintergrund. Ich nahm einen Apfel aus einer Holzkiste, biss hinein und begutachtete den Kürbis, der am Ende des Hauses stand. “Übermorgen schon, mein Freund, ” , sagte ich diesem “werden unsere Mühen gelohnt haben und ich werde strahlen, im Mittelpunkt stehen!” Ich kam mir nicht seltsam vor, immerhin redeten die meisten auch mit Blumen und anderen Pflanzen, nicht wahr? Der Kürbis war mindestens dreimal so groß wie die, welche man im Supermarkt kaufen konnte und auch das Orange war etwas dunkler.

Er gab in allem einen stämmigen, nicht zu wässrigen, dabei saftigen Kürbis ab. Er müsste jeden anderen um weiten schlagen. Ich stemmte ihn auf einen Karren um ihn schließlich auf meinen Wagen umzuladen. Ich fuhr zum Dorfmarktplatz- Krähen schrien auf.

“Das kann doch nicht sein! Herr Hampsworth, haben Sie sich diesmal doch wirklich Mühe gegeben!” – “Nun -” , antwortete ich dem Bürgermeister mit ruhiger Stimme, schließlich wollte ich, trotz seiner spitzfindigen Bemerkung einen guten Eindruck bewahren- “man möchte eben was erzielen und dafür muss man auch hart arbeiten!”

Beide lachten wir.

Der Wettbewerb fand jedes Jahr auf dem Marktplatz des Dorfes statt, da er groß genug für jeden Bewohner war, aber auch das Zentrum darstellte und ein Symbol für die Fruchtbarkeit war. Zudem konnten alle Bauern während des Festes ihre Ernte, ihren ganzen Stolz, zu mehr oder weniger überhöhten Preisen, welche die Käufer kaum störten, feilbieten.

Ich stieg ins Auto und erlag fast einem Herzstillstand; ich riss die Augen auf: der ganze Innenraum ist blutrot und riecht streng, fast wie ein typischer Gemüsesaft, bloß mit einem fauligen, beißenden Geruch. Ich konnte einen Schrei zurückhalten. Das Auto würde ich wohl zuhause wieder säubern müssen. Die Flüssigkeit erwies sich als ein Haufen zermanschter Tomaten, welche wohl ein Scherzbold ins Auto gefüllt haben müsste. Rätselhaft blieb, wie er es angestellt hatte, da die Fenster hochgekurbelt und die Türen verschlossen waren. Noch vor Schreck schwer atmend fuhr ich nach Hause.


Fortsetzung folgt …

 

 

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