Das Petermännchen zu Schwerin

 

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Schwerin Schloss Petermännchen 2009-10-20 023

 

Mündlich von einem Bauer aus Loerz bei Mirow

Auf dem Schloße zu Schwerin hat sich vor alter Zeit oft ein kleines Petermännchen sehen laßen, das ist gewöhnlich in grauen Kleidern einhergegangen, wenn es aber Krieg geben sollte, trug es sich roth, und wenn einer sterben sollte kohlschwarz. Man hat aber auch immer gesagt, daß es ein verwünschter Prinz sei, der gern erlöst sein wolle, und das hat einmal ein Soldat ganz genau erfahren. Der stand um Mitternacht vor dem Schloße auf Posten, da kömmt das Petermännchen an und sagt, er möge sich doch mit ihm faßen; hätte er das dreimal gethan, dann wäre er erlöst, und dann würde das alte Schwerin wieder in aller Pracht aus dem See hervorkommen, das jetzige aber und zugleich auch der Herzog würde untergehn. Der Soldat ist auch darauf eingegangen und hat zwei Nächte hinter einander mit dem Petermännchen gerungen; als er sich aber am dritten Tage früh morgens ein andres Hemd anziehn will, da sieht einer seiner Kameraden, daß er am ganzen Leibe braun und blau ist, und fragt ihn, woher das komme. »Ja, sagt jener, das kann dich nicht verwundern, ich habe mit dem Petermännchen nun schon zwei Mal gerungen, und wenn es zum dritten Male geschieht, so ist Petermännchen und das alte Schwerin erlöst.« Das hat des Soldaten Kamerad andern wiedergesagt und da ist’s noch denselben Tag auch an den Herzog gekommen und der hat den Soldaten schnell in eine andere Garnison versetzt. Petermännchen ist aber gewaltig böse geworden und hat es den alten Herzog Friedrich Franz reichlich entgelten laßen, denn bald hier bald da hat er ihm aufgehockt und dann hat er ihn ächzend und keuchend ein Stück Weges schleppen müßen.
Auch zu andern Zeiten hat sich Petermännchen oft sehen laßen; so kam er einmal zu einem Mädchen, das gerade die Betten machte, und fragte sie, ob sie das seine wohl auch machen wolle. »Warum nicht?« antwortet sie; da heißt er sie folgen und geht mit ihr durch einen langen unterirdischen Gang unter dem See fort, bis dahin, wo die Ziegelei ist, da hatte Petermännchen nämlich seine Wohnung; und hier hat sie ihm nun das Bett machen müßen und vieles Gold dafür zum Lohne erhalten. Man sagt auch, daß Petermännchen hier an einem großen Blocke sitze, und wenn sein Bart dreimal um denselben gewachsen sei, so werde er erlöst sein.


Adalbert Kuhn / W. Schwartz: Norddeutsche Sagen, Märchen und Gebräuche aus Meklenburg, Pommern, der Mark, Sachsen, Thüringen, Braunschweig, Hannover, Oldenburg und Westfalen. Leipzig 1848, S. 1-2

 

 

 

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